Das Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden

Im November 2003 wurde es offiziell: 18 Castorbehälter, die abgebrannte, höchst radioaktive Brennelemente beinhalteten, sollten von Dresden-Rossendorf nach Ahaus transportiert werden. Zwischen den beiden Orten liegen rund 600 Kilometer Autobahn, über die der Atommüll in drei Transporten gefahren werden sollte. Dieses Vorhaben blieb nicht unwidersprochen. Zahlreiche Initiativen riefen zum Gegenprotest auf und organisierten einen breiten Widerstand in Dresden, Ahaus sowie entlang der geplanten Transport-Autobahnen. Aus diesem Umstand heraus bildete sich das Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden. Das Bündnis versteht sich als Bürgerinitiative und umfasst zehn Umweltgruppen sowie interessierte Einzelpersonen. Dabei schlossen sich dem Aktionsbündnis nicht nur Menschen aus dem Dresdner Raum und Ahaus an, sondern auch Teilnehmer bis in den Raum Berlin.

 

Was fordert das Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden?

Das Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden steht für unterschiedliche Forderungen in Hinblick auf den geplanten Atommülltransport. So forderte das Bündnis, dass kein Transport nach Ahaus stattfindet, da es darin eine unmittelbare Gefahr und Unverantwortlichkeit sah. Darüber hinaus forderte das Bündnis eine Beantragung einer Zwischenlagergenehmigung für Rossendorf sowie einen sofortigen Atomausstieg. Der Atommüll solle in Rossendorf verbleiben, bis es in Deutschland ein sicheres Endlager gäbe. Das Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden sah den geplanten Transport als überaus verantwortungslos, da er vermeidbare Risiken mit sich bringe. Darüber hinaus sei der Transport reine Geldverschwendung.

aktionsbündniss

Welche Aktionen plante das Aktionsbündnis Castor-Stopp Dresden?

Da in der Vergangenheit bereits ähnliche Transporte durch friedlichen Widerstand verhindert werden konnten, setzte das Aktionsbündnis auf einen breit aufgestellten Protest. Der Grundkonsens lag dabei auf gewaltfreien Aktionen, die weder die Teilnehmer noch außenstehende Personen in Gefahr bringen. So rief das Bündnis zu Demonstrationen und kreativem Widerstand entlang der kompletten Autobahn auf. Doch auch innerhalb Dresdens sowie in Ahaus sollten kreative Einzelproteste stattfinden. Darüber hinaus bot das Aktionsbündnis jeden dritten Sonntag im Monat einen Sonntagsspaziergang an, bei dem Interessierte sich bei Kaffee und Kuchen über das Bündnis und dessen Ziele informieren konnte. Zudem gab es jeden Freitag ein wöchentliches Vorbereitungstreffen.