Castor-Transporte von Dresden-Rossendorf nach Ahaus

2005 – in diesem Jahr fand einer der wenigen Castortransporte statt, welcher eine längere Strecke durch das Bundesgebiet Deutschlands zurücklegen musste. In seinem Wortlaut ist der Transport eines Castors nicht einmal ein Grund, über den es sich streiten lässt. Hierbei handelt es sich lediglich um einen Transport von Lagerbehältern. Er wird manchmal mit der Bahn transportiert und schützt seine Fracht vor Außeneinwirkungen. Brisant ist der Inhalt des Castors, denn hierbei handelt es sich um hochradioaktives Material. Dieses stammt aus den Kernkraftwerken. Es sind abgebrannte Brennstäbe, welche zu ihrem Einlagerungsort transportiert werden sollen.

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Hochradioaktives Material auf dem Weg durch Deutschland

Gegen Castortransporte finden seit jeher viele Demonstrationen statt – und dies nicht ohne Grund. Nachdem ein Brennstab nach circa sieben Jahren in Betrieb abgebrannt ist, findet im Inneren dieses Stabs keine Oxidation mehr statt. Das bedeutet, der Brennstab ist für die Energieproduktion wirkungslos. Er wird ausgebaut und muss aufgrund seiner enormen Hitze zuerst gekühlt werden. Dies geschieht durch ein Wasserbecken, in welchem er über Jahre hinweg seine Temperatur verliert. Im Anschluss, nach circa fünf Jahren, muss das Brennelement zu einem Zwischenlager transportiert werden. Abschließend kann es nach einem weiteren Transport im Endlager verbleiben. Hier wurde noch keine weitere Lösung gefunden, wie mit dem Atommüll verfahren werden kann.

Von Dresden-Rossendorf nach Ahaus – der Weg einiger Brennelemente

So ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente findet sich im nordrheinwestfälischen Ahaus. Hier fuhr am 30. Mai 2005 der bislang letzte Castortransport mit Brennelementen aus Dresden-Rossendorf ein. In Rossendorf befindet sich ein Forschungsreaktor, der mittlerweile so weit zurückgebaut wurde, dass hier keine Kernenergieerzeugung mehr stattfindet. Aktuell finden sich jedoch in Ahaus noch immer 329 Behälter mit Brennelementen. Diese stammen aus Rossendorf und aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Hamm-Uentrop. Aufsehenerregend war jedoch besonders der Transport aus Dresden.

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Aktiv gegen Kernkraft

Der mit sechs Castorbehältern beladene Zug war am 20. März 2005 auf dem Weg aus Ostdeutschland zum Zwischenlager Ahaus. Als Schutz des Transports wurde ein hohes Aufgebot an Polizisten eingesetzt. Aufgrund eines massiven Andrangs von Demonstranten, die sich gegen einen Transport aussprachen, wurde der Transport über eine veränderte Route durchgeführt. Doch auch dies konnte die Demonstranten nicht davon abhalten, gegen einen Transport von Reaktorstäben nach Ahaus vorzugehen. So sagt der Vorsitzende der Bürgerinitiative “Kein Atommüll in Ahaus”, dass es nötig war ein Zeichen zu setzen, um weitere Transporte zu stoppen. Auch Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Bärbel Höhn (2005) sprach sich gegen eine Zwischenlagerung der Brennstäbe in Ahaus aus. Trotz allen Protests erreichte der Konvoi das Zwischenlager. Somit dient Ahaus noch immer als eine Lagerstätte für hochradioaktive Brennelemente.